Der Klappfix

Am Abend des 19. April 2004 ersteigerte ich bei Ebay einen Klappfix CT 5, ähnlich dem Alpenkreuzer , der auch heute noch gebaut wird. Es dürfte wohl vielen bekannt sein, das die BBC’ler auf jedem Maikäfertreffen, in Hannover, zu finden sind. Diesmal war auch noch ein anschließender Besuch im Volkswagen Museum in Wolfsburg geplant. Nach einem Telefonat mit dem Eigentümer des Klappfix legte ich deshalb den Termin zur Abholung des Zeltanhängers auf den Montag nach dem Käfertreffen. Nachdem alle Vorkehrungen getroffen waren, trafen sich alle VW- Bus Fahrer und Tanjas Cousin gegen 17 Uhr bei Torsten, um gemeinsam ins voll geplante Wochenende zu starten. Der kleine Konvoi mit 4 Bussen und einem (!) Käfer zog gen Norden und keiner wusste, was uns noch alles bevor stand.

Als wir schon etwas auf der Autobahn waren bemerkte ich, als ich plötzlich abbremsen musste, dass das Bremspedal sich kaum betätigen ließ. Nach einiger Zeit fing es dann auch an zu riechen, ich konnte aber zunächst keinen Zusammenhang zwischen dem Geruch und den Bremsen schließen. Erst als ich schon den Qualm aus dem linken hinteren Radkasten aufsteigen sah, welcher sich im Fahrtwind verwirbelte, packte mich das Gruseln. Das Bremspedal konnte ich ohne große Wirkung bis auf das Bodenblech treten. Das nennt man wohl Dampfblasenbildung ! Meine Freundin auf dem Beifahrersitz alarmierte per Handy Torsten, welcher den Konvoi anführte. So sollte am nächsten Parkplatz angehalten werden. Aber zuvor hat der Teufel das Kamener- Kreuz gesetzt, so dass wir auch noch in einen Stau gerieten. Ich ließ einen großen Abstand zum Vordermann, welcher mir aber beständig von irgendwelchen A.....löchern genommen wurde.

Einen Auffahrunfall konnte ich gerade noch vermeiden. Schließlich angekommen suchten wir zunächst mal einen Wagenheber. Nach dem Aufbocken und der Demontage des linken Hinterrades, mussten wir erst mal abwarten, bis sich die Bremstrommel etwas abgekühlt hat. Laute Fanfaren von vorrüberfahrenden VW-Fans, welche winkend an uns vorbeifuhren, sollte die nächste Zeit unser ständiger Begleiter sein. Obwohl die BBC’ler genügend Werkzeug dabei hatten, mangelte es an einem schweren Hammer, welchen ich mir bei einem jungen Trucker ausleihen durfte. Eine fast volle Dose Entroster bekam ich auch noch geschenkt. Da sich unter uns ein KFZ-Meister und eine KFZ-Techniker befanden, deren Erfindungsreichtum unbegrenzt schien, war der T4 nach fast 2 Stunden wieder bedingt fahrbereit. Ich machte mich auf den frühen Heimweg. Am Abend erhielten wir von Dirk noch eine Einladung zum Grillen, welche aber ins Wasser fiel.

Am selben Abend planten meine Zukünftige und ich in die neuen Bundesländer zu fahren, um den Klappfix abzuholen. Also packten wir am nächsten Morgen die wichtigsten Sachen in meinen Käfer und fuhren los in Richtung Osten. Einen kurzen Halt machten wir in Eisenach und an den “Drei Gleichen”. Wir kamen bei Regen in Ilmenau, südlich von Erfurt, an und mieteten uns in eine Pension ein um den Verkäufer zu kontaktieren. Am nächsten Morgen holten wir den Anhänger aus der Schrebergartenkolonie, welche zufällig direkt vor unserer Herberge lag, ab und machten einen kurzen Abstecher ins Nachbardorf, um Manuelas Verwandte zu besuchen. Danach fuhren wir als Gespann heim und wie der Zufall es wollte, trafen wir am Kamener- Kreuz wieder auf unsere alte Truppe, die sich auf dem Heimweg aus Wolfsburg befand. Wir BBC’ler ziehen uns nämlich magisch an. Am nächsten Parkplatz wurde gehalten und alles begutachtet und besprochen. Der Tag endete mit einem Abstecher bei Burger King in Remscheid. Wir bauten den Anhänger schließlich noch in meiner Halle auf.

Bald war wieder das “legendäre Treffen” in Bremen angesagt. Ein Termin mit Dirk wurde für 9 Uhr morgens festgelegt., Da dieser es aber vorzog am vorigen Abend noch im allseits bekannte Getaway zu glänzen, erhielten wir einen witzigen Anruf ----> von wegen verpennt,.... In der Halle mußte Dirk auch noch seine Sachen zusammen suchen, um sie in Bremen dann doch zu vergessen (z.B. die Kurbel zum Aufbocken des Wohnwagens...). Im windigen Kübel legten Dirk und Felix mit seinem neu aufgebauten Käfer, dann einen solchen Affenzahn vor, daß es mir schwer fiel die Lücken, welche durch einscherende LKW’s gerissen worden, zu stopfen. Nach einiger Zeit hörte sich mein Motor wie ein Elektromotor an. Ein Summen, ein Pfeifen und kurz vor der letzten Ausfahrt ein mächtiges Knattern. Drei Kilometer vor dem Treffen tat sich dann gar nichts mehr. Mir war das Getriebe auseinander geflogen.

Ich rief die FA. Behling an, von denen ich das Fahrzeug fast ein Jahr zuvor erworben hatte. Zum Glück hatte ich noch genau 3 Wochen Händlergarantie. Während wir auf unseren Händler warteten, kamen Dirk und Felix zurück und nahmen unseren Anhänger in Schlepp ohne nicht vorher noch eine Diagnose zu stellen. Beim Händler angekommen, erhielten wir einen Ersatzwagen und mußten erstmal alles umräumen. Meiner Freundin fehlte von da an unser “Roadrunner” ständig (wir waren beide traurig). Sofortige Diagnose war ein perfekter Getriebeschaden. Nachdem wir uns dann trotz aufgemalten Rückweg noch verfahren hatten, kamen wir endlich an.

Alle inklusive Dirk auf seiner Schlammstrecke schienen wieder glücklich zu sein. Ich erhielt wieder, hoffentlich zum letzten Mal, einen Pokal und ein großes Geschenk zum Doppelpechvogel für mein sprichwörtliches Pech mit meinem 1600er Mex. Ich nahm den Pokal stellvertretend für alle, die den Weg nach Bremen erst gar nicht geschafft haben, in Empfang und bedankte mich bei allen, die mir geholfen haben. Am Sonntag fuhren die BBC mit zwei defekten Kübeln (sie haben ihre Kübel wieder nicht geschont) und ich mit einem Jeansbug , welchen ich ja als Leihwagen bekommen habe, nach Hause. Unser Webmaster, Stefan zog mit seinem Bus unseren Klappfix, denn wir BBC’ler halten immer zusammen. Den Abend ließen wir noch mit einem kleinen Imbiss im Burger King, Remscheid, ausklingen.

Nun hieß es den Wohnwagen aufzubauen und mit Hilfe des Bremer Teams gelang es uns auch das Vorzelt aufzubauen, trotz immer wieder einsetzender Regenschauer. Zwischenzeitlich war auch Andi mit seinem Kübel eingetroffen, während die anderen auf sich warten ließen. Torsten, Tanja, Marko mit Sonja und Kindern und Stefan gerieten abends in einen Totalstau und waren erst gegen 23 Uhr da, im strömenden Regen. Das Treffen war wieder toll. Mit Lagerfeuer, Disco , Losbude, Wettkämpfe, und zunehmend besseres Wetter.

So, Freunde der Nacht, das war die “kurze” Story über die Erlebnisse mit meinem Wohnzelt und ich verabschiede mich mit den besten luftgekühlten Grüßen.

Der Autor Lars Schlesinger

Anmerkung vom Webmaster: Ein Dank an die Firma Behling für die Bereitstellung eines stilgerechten, da luftgekühlten, Ersatzwagens. Und Dank an die Stadtwerke Solingen, für die Versorgung mit Leitungswasser zum kühlen meiner qualmenden Finger beim Abschreiben von Lars Geschichte.